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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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1. Herausgeberwerk
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Herausgeber/-in:
 
Hauptsachtitel:
Entfremdete Wissenschaft.
Erscheinungsort:
Frankfurt/ a. M.
Erscheinungsjahr:
ISBN:
9783518078785
 
351807878X
Aufsätze:
Kurzinfo:
Klappentext:

Die neuzeitliche Wissenschaft hat sich als ein immer weiter expandierender gesellschaftlicher Teilbereich etabliert und nimmt einen tiefgreifenden Einfluß auf die, gesellschaftliche und private Existenz der Menschen. Andererseits stehen sich Wissenschaft und alltägliches Wissen unvermittelt gegenüber: den meisten Menschen bleibt die Wissenschaft fremd.
1. Die Verwissenschaftlichung des gesellschaftlichen Lebens bedeutet zwar die Durchsetzung wissenschaftlicher Methoden und Resultate, ist aber nicht mit der Verbreitung entsprechender Kompetenzen unter den Gesellschaftsmitgliedern verbunden. Daraus resultiert eine Entmündigung der jeweils Betroffenen: sie geraten nicht nur bei der Lösung, sondern auch schon bei der Definition ihrer Probleme in eine Abhängigkeit von der Wissenschaft.
2. Neuzeitliche Wissenschaft hat ihre eigenen Problemzusammenhänge und ihre eigenen Institutionen. Angewendet wird das dort erzeugte Wissen aber in anderen Sinnzusammenhängen und in anderen Institutionen gesellschaftlicher Praxis, wie etwa der Fabrik, der Schule und der Familie. Dieser Unterschied zwischen Entstehungs- und Verwendungszusammenhang der Wissenschaft führt zu einer Inadäquanz des wissenschaftlichen Wissens und zu erheblichen Resistenzen bei der Aufnahme und Anwendung.
3. Wissenschaftliche Analyse von Handlungsbereichen impliziert Innovationsmöglichkeiten für diese Handlungsbereiche. Die betroffenen Personen sehen sich deshalb mit dem wissenschaftlichen Wissen auch mit Veränderungsimperativen konfrontiert. Die Handlungsmöglichkeiten des Individuums innerhalb von starren institutionellen Strukturen sind aber gering; die Frustrationen, die man bei Reforminitiativen erleidet, können in eine Resistenz gegenüber wissenschaftlichem Wissen umschlagen.
Im ersten Teil des Bandes geht es um zwei soziale Situationen, in denen der einzelne Mensch in seiner Lebenspraxis mit Wissenschaft konfrontiert wird: Arzt und Patient; Rechtsanwalt und Klient. Im zweiten Teil geht es um das Verhältnis von Wissenschaft und Schulpraxis. Dabei werden Probleme der Verwendbarkeit pädagogisch-sozialwissenschaftlichen Wissens und Probleme der Wissenschaftsdidaktik untersucht. Der dritte Teil behandelt das Verhältnis von Wissenschaft und Arbeiterbewegung. Hat es Ansätze zu einer besonderen proletarischen Wissensform gegeben?- Wie verhält sich die Sozialtheorie zum politischen Bewußtsein? Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der industriellen Produktion und in welche Rolle wird dadurch das Wissen des Arbeiters gedrängt? Zum Schluß wird das Vermittlungsproblem zwischen den Wissensformen auf das konkrete gesellschaftliche Verhältnis bezogen, in dem die naturwissenschaftliche Intelligenz zu den Gesellschaftsmitgliedern steht, deren Arbeits- und Lebenssituation besonders stark durch Anwendung und Nichtanwendung von Wissenschaft geprägt ist.