User Online: 5 | Timeout: 17:09Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | BNE OS e.V.  | Info | Auswahl | Logout | AAA  Mobil →
BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
Datensätze des Ergebnisses:
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
1. Aufsatz in Sammelwerk (SW)
(Korrektur)Anmerkung zu einem Objekt von BNE-LITERATUR per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!) in den Download Korb (max. 50)!
Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Naturhistorische Museen als Volksbildungsstätten und Arbeiterführungen durch dieselben.
In Anonym.-Sachtitelwerk (Quelle):
SW Hauptsachtitel:
IX. Konferenz von 23./24.4.1900 in Berlin: Erziehung des Volkes auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft.
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
Kurzinfo:
1. Erstaunen über den geringen Besuch der "minderbemittelten Stände" im Berliner Naturkundemuseum zur Belehrung oder zur Erholung.
2. Gründe: zu wenig bekannt; kein angenehmer und gemütlicher Aufenthalt; Ausstellung der Gegenstände zu magazin- und schablonenmäßig ("Hauch des Todes"- Atmosphäre); fehlende populäre gedruckte Führer.
3. Es kommt nicht darauf an, "den Besucher durch vollgestopfte Schränke von der Reichhaltigkeit des Museums zu überzeugen, sondern ihm Bilder aus dem Leben der Naturvölker vorzuführen" oder Bilder vom "Leben und Treiben der Tiere in dem Rahmen ihrer natürlichen Umgebung darzustellen" (wie das schon vom Bremer Museum gemacht wird) (S.81)
4. Ziele der Führungen von Arbeitern durch die Museen:
4.1. Vermehrung des Wissens als "in vielen Fällen alleinige Grundlage für eine rationelle, von Krankheiten und Sorgen möglichst freie Lebensführung"(S.82).
- Denn vor allem in den unteren Volksschichten, aber auch in höchsten Kreisen, namentlich bei den Frauen herrscht "viel Aberglaube und Unverstand. Neben Gesetzgebung hilft gegen die Kurpfuscherei nur die Aufklärung über den Bau des Menschen als Grundlage einer hygienischen Erziehung: "in jeder derartigen Sammlung sollten alle wichtigsten Organe (eventuell mit Ausnahme des Genitalsystems) und mit Hinweisen auf ihre physiologische Bedeutung und die häufigsten schädlichen Faktoren und Lebensgewohnheiten versehen sein... Bei den Arbeiter- Führungen ist überall, wo es möglich ist, das hygienische Moment in den Vordergrund zu stellen" (S.83)
- "In zweiter Linie sind solche Objekte zur Erklärung auszuwählen, welche für den Menschen in ökonomischer und industrieller Hinsicht von Bedeutung sind, wie z.B. nützliche und schädliche Insekten, Kulturpflanzen, koloniale Produkte, Erze, Edelsteine u. dergl.
- Endlich werden natürlich ab und zu auch solche Vorträge zu halten sein, welche in irgeneiner Form der Erweiterung allgemeiner Kenntnisse dienen, namentlich soweit sie die Organismen und Erzeugnisse der Heimath betreffen (S.83).
4.2. Freude und Interesse an der Natur wecken, ästhetische Seiten beachten: Neben Anregungen für das Kunstgewerbe entwickelt sich auf dieser Basis vielfach der Wunsch "tiefer in den ursächlichen Zusammenhang der Erscheinungen einzudringen" (S.84). Imübrigen: "Die Sitten und Gebräuche der Naturvölker, die Lebensgewohnheiten der Thiere und die Anpassungen der Pflanzen bieten so außerordentlich viel des Merkwürdigen, daß es dem Führenden nicht schwer fallen wird, seinen Stoff interessant zu gestalten und jede ermüdende Langeweile zu vermeiden"(S.84).
4.3. Es muß klar gemacht werden, daß "die Naturgesetze die Welt der Organismen ebenso absolut beherrschen, wie die anorganische Materie". Dazu eignen sich besonders gut die mechanischen Elemente (Stützorgane, Muskeln) des Thier-, bzw. Pflanzenkörpers..."(S.84)
4.4. Naturwissenschaftliche Theorien bei Arbeiterführungen: Primär ist die Vermittlung positiven Wisssens, theoretische Erörterungen nur da, wo unvermeidlich,z.B.: "Man gehe der Abstammungslehre... nicht ängstlich aus dem Wege,aber man ziehe sie einem Arbeiterpublikum gegenüber auch nicht überall in aufdringlicher Weise hinein; man behandele sie mit jenem gesunden Taktgefühl, welches auch sonst vielfach z.B. bei Besprechungen von Fortpflanzungsverhältnissen (Eiablage, Nestbau u.s.w.) nicht zu entbehren ist. Über Allem steht, daß der Zuhörer stets das Gefühl hat, von einem durchaus wahrheitsliebenden und begeisterten Naturfreund belehrt zu werden"(S.85).
Kurzvorschrift für Führungen von Arbeitern in Naturhistorischen Museen: "Man gebe in frischer, interessanter Form multum, non multa, suche stets zum Nachdenken anzuregen und verbreite besonders praktisch verwerthbare, namentlich hygienische Kenntnisse"(S.84).
Ziele: "...um gesunde naturwissenschaftliche Kenntnisse in die unteren Schichten der Bevölkerung zu tragen. Der Wettbewrb der Kulturnationen wird von Jahr zu Jahr schroffer und rücksichtsloser, und in diesem erbiterten Kampfe werden sich nur diejenigen behaupten, deren untere Volksklassen physisch und intellektuell am leistungsfähigsten sind. Darum sorge man bei Zeiten für die Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse, denn sie bilden die auschließliche Grundlage gegen eine naturgemäße Lebensführung" (S.85).