User Online: 2 | Timeout: 03:43Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | BNE OS e.V.  | Info | Auswahl | Logout | AAA  Mobil →
BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
Datensätze des Ergebnisses:
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
1. Verfasserwerk
(Korrektur)Anmerkung zu einem Objekt von BNE-LITERATUR per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!) in den Download Korb (max. 50)!
Verfasser/-in:
 
zus. bet. Pers.:
 
zus. bet. Körpersch.:
Hauptsachtitel:
Ernährungsrisiken.
Untertitel/Zusätze:
Identifikation von Handlungsschwerpunkten
Erscheinungsort:
Hamburg
Erscheinungsjahr:
Kurzinfo:
No risk - no fun? Oder bedeuten beim Essen nicht weniger Risiken doch mehr Spaß und damit Wohlbefinden? Nahrungsmittel sind in erheblichem Maß für die Gesundheit und das Wohlergehen des Menschen verantwortlich, da sie über das ganze Leben regelmäßig und in großen Mengen zugeführt werden – daher auch der Begriff „Lebensmittel″: Mittel zum Leben. Sie können jedoch auch aufgrund unerwünschter Stoffe und Organismen, die entlang des Produktlebensweges in die Nahrungsmittel gelangen, zu einem Risiko sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Umwelt werden. Die Liste unerwünschter Stoffe und Organismen ist lang: allein 16 Stoffgruppen, die jeweils wiederum eine unterschiedliche Anzahl an Einzelstoffen umfassen und unterschiedlichste gesundheitliche Schäden hervorrufen können, wurden identifiziert und analysiert (vgl. Kap. 2.1). Das Ziel ist klar: gesundheitliche Schäden durch diese Stoffe sind unerwünscht, d.h. es müssen Konzepte entwickelt werden, die verhindern, dass diese Stoffe in Nahrungsmittel hineingelangen. Doch genau hier liegt der Knackpunkt. Es kann beobachtet werden, dass laufend mehr soziale, ökologische, individuelle und politische Risiken in Industrienationen entstehen, als die bestehenden staatlichen Sicherungsmechanismen und Kontrolleinrichtungen bewältigen können. Gleichzeitig ist auch klar, dass Risiken nicht vollständig eliminiert, sondern lediglich möglichst weit eingegrenzt werden können, um die auftretenden Schäden möglichst gering zu halten. Die Frage stellt sich daher, wie ein adäquater Umgang mit solchen Risiken aussehen kann. Risikobewertung: Basis für begründete Schwerpunktsetzung Nicht alle Schäden, die Risiken hervorrufen können, sind gleich schwerwiegend: bei Lebensmitteln reichen sie von Allergien über chronische Erkrankungen und akute Vergiftungen bis hin zum Creutzfeld-Jakob-Syndrom und diversen Krebstypen. Für jede/n Einzelne/n werden v.a. die möglichen eigenen Gesundheitsschäden (oder die nahe stehender Menschen) der Maßstab sein - um jedoch politische Handlungsstrategien zu entwickeln, ist v.a. auch das gesellschaftliche Schadensausmaß von Bedeutung. Im vorliegenden Diskussionspapier wurde daher eine Vorgehensweise entwickelt, um die identifizierten Risiken durch unerwünschte Stoffe vergleichend zu bewerten und das gesellschaftliche Schadensausmaß einzuschätzen. Die für die Gesellschaft bedeutendsten Ernährungsrisiken werden nach dieser Bewertung durch BSE und hormonell wirksame Stoffe verursacht, gefolgt von gentechnisch veränderten Organismen, Pestiziden, Bakterien / Viren und Medikamenten. Diese Stoffe können auf unterschiedlichen Wegen in Nahrungsmittel und Umwelt gelangen – Hauptquellen sind jedoch die Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung, an dritter Stelle steht die Essenszubereitung in privaten Haushalten und Großküchen / Restaurants. Wo sollte die Politik ansetzen? Strategien zur Minimierung der mit unerwünschten Stoffen verbundenen Ernährungsrisiken müssen in eine vorsorgeorientierte Ernährungspolitik eingebettet sein. Hinsichtlich unerwünschter Stoffe und Organismen ist es wesentlich, einerseits die Einträge solcher Stoffe in Lebensmittel und Umwelt zu reduzieren und andererseits geeignete Kommunikationsformen zu entwickeln, die über Risikopotenziale unterschiedlicher Ernährungsweisen zielgruppenspezifisch informieren. Denn klar gezeigt werden konnte in der Untersuchung auch, dass die Höhe des Risikopotenzials durch unerwünschte Stoffe mit der Ernährungsweise verknüpft ist: eine Versorgung ausschließlich mit Produkten aus ökologischem Landbau ist mit zwei Drittel bis lediglich halb soviel Risiken behaftet wie eine Ernährungsweise mit Produkten aus konventionellem Anbau. Notwendig ist es, hierfür geeignete Maßnahmen zu ergreifen: • Ausweitung der Forschung, z.B. bei BSE, hormonell wirksamen Stoffen und Antibiotika- Resistenzen; • Verknüpfung mit bzw. Erweiterung von bestehenden Instrumenten, wie z.B. der neuen EU-Chemikalienverordnung REACH; • Stoffverbote, z.B. für hormonell wirksame Stoffe in der Lebensmittelverarbeitung und -verpackung; • ausreichende Kontrollstrukturen und Sicherungsmaßnahmen, um z.B. die Nicht-Einhaltung von bestehenden gesetzlichen Vorgaben zu identifizieren und entsprechend zu ahnden; • Deklaration aller Inhaltsstoffe und Transparenz hinsichtlich der Produktionsprozesse, um eine tatsächliche Produktwahl für KonsumentInnen zu ermöglichen. Die EU-Kennzeichnungsverordnung für Produkte mit gentechnisch veränderten Organismen kann hier bspw. nicht als ausreichend angesehen werden und sollte in Bezug auf bestehende Lücken nachgebessert werden; • geeignete Kommunikationsformen, um über bestehende Risiken zielgruppengerecht zu informieren. Alles in allem: beim Essen bedeuten weniger Risiken sicher mehr Spaß!
Original-Quelle (URL):