AbstractZu Beginn des 21. Jahrhunderts dominieren die Negativ-Utopien. Die Hoffnungen, die noch zur Zeit der Aufklärung in Utopien zum Ausdruck kamen, scheinen angesichts der katastrophalen Erfahrungen mit den misslungenen, weil in den Totalitarismus abgekippten geschichtlichen Großversuchen zur Realisierung staatlich orientierter Utopien zu Drohungen mutiert zu sein. Anlässlich eines Streifzuges durch historisch vorliegende Utopien lässt sich feststellen, dass Utopien zwar einerseits im Zeitverlauf immer näher um die Geschichte oszilliert sind, dass aber andererseits die technokratische Realisierung utopischer Vorstellungen immer zu deren Verschwinden geführt hat. Bedeutet das das Ende der Utopie? Der vorliegende Beitrag spricht eher von der Metamorphose denn vom Verschwinden der Utopie und macht einen konzeptuellen Vorschlag, der dem paradoxen Charakter der Utopie Rechnung zu tragen sucht.