User Online: 1 | Timeout: 17:54Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | BNE OS e.V.  | Info | Auswahl | Logout | AAA  Mobil →
BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
Datensätze des Ergebnisses:
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen
1. Zeitschriftenausgabe
(Korrektur)Anmerkung zu einem Objekt von BNE-LITERATUR per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!) in den Download Korb (max. 50)!
zus. bet. Pers.:
Zeitschrift/Zeitung:
BNE-Journal
Z-Heftnummer/-bez.:
Ausgabe 2
Themenschwerpunkt:
Kulturelle Vielfalt.
Erscheinungsjahr:
Kurzinfo:
Editorial:

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Völkerrechtsvertrag zur kulturellen Vielfalt, den die UNESCO-Generalkonferenz am 20. Oktober 2005 verabschiedete ("Convention on the protection and promotion of the diversity of cultural expressions"), gelang der in Paris ansässigen UN-Organisation der seltene Sprung auf die Titelseiten der Weltpresse. Dies lag sicher nicht nur an der vehementen Opposition der USA gegen dieses neue Rechtsinstrument. Wer den Startschuss für die Ausarbeitung des Textes im Herbst 2003 und die unterschiedlichen Etappen der Verhandlungen miterlebt hat, dem konnte nicht verborgen bleiben, welch hohe Erwartungen eine große Mehrheit der jetzt 193 UNESCO-Mitgliedstaaten mit dem neuen Übereinkommen verbinden.

Kulturelle Vielfalt ist eine Ressource für die nachhaltige Entwicklung auf der Erde. Vielfalt ist ein Charakteristikum pluralistischer Gesellschaften, in denen Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammenleben. Das Anerkennen und Respektieren von Vielfalt als einer Grundvoraussetzung des Lebens und einer Bedingung kultureller Entwicklung muss erlernt werden. Politische Versuche einer kulturellen Homogenisierung im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts sind gescheitert und haben unermessliches Leid verursacht.

Diese Ausgabe des BNE-Journals ist dem Jahresthema "Kulturelle Vielfalt" der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" gewidmet.

Kulturelle Vielfalt öffnet dem Menschen eine Vielzahl von Handlungsoptionen für eine nachhaltige Entwicklung. Der Vielfalt der Probleme entspricht ein großartiger Reichtum an kreativen Zugängen und Lösungsansätzen. Es gibt kein universell gültiges Rezept für nachhaltige Entwicklung. Angesichts der Notwendigkeit, Lösungen für die Probleme unserer nicht-nachhaltigen Lebensstile zu finden, kann der Blick auf das Andere zu neuen Erkenntnissen führen. Als Veränderung von Bewusstsein und von Erwartungshorizonten kann das Verständnis für Nachhaltigkeit nur aus dem vorhandenen kulturellen Selbstverständnis erwachsen. Das Konzept der Nachhaltigkeit ist von universeller Bedeutung. Wenn etwas globale Bedeutung beanspruchen kann, dann das Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dieser globale Anspruch darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass in verschiedenen kulturellen Kontexten die Antworten und Zugänge zu den Problemen der Nachhaltigkeit unterschiedlich ausfallen werden. Kulturelle Vielfalt ist nicht nur ein "Reservoir der Freiheit", wie das die UNESCO einmal im Verhandlungsprozess der Konvention definierte; sie ist auch ein unerschöpfliches Reservoir, was mögliche Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit angeht.

Dabei kann die Kultur im engeren Sinne, das heißt die künstlerische Auseinandersetzung mit Themen der Nachhaltigkeit, Anregung und Inspiration bieten, den Blick auf einen Sachverhalt, auf eine bestimmte Lebenssituation zu ändern, vielleicht ihn vollkommen umzukehren. Nicht weniger will die UN-Dekade für "Bildung für nachhaltige Entwicklung" erreichen. Vielfalt kann zur Kraftquelle werden, wenn wir die Angst überwinden, mit dem Wagnis eines neuen Blicks auf die Dinge zuzugehen. Wir, die wir uns in der entwickelten Welt oft vorschnell in allem als Vorreiter betrachten – wie gestaltet sich in Fragen der Nachhaltigkeit das Nord-Süd-Gefälle? Ein afrikanischer Delegierter pflegte zu sagen: "Ihr habt Uhren, aber Ihr habt keine Zeit".

Begleiten Sie in dieser Ausgabe Samuel Fleiner auf seinem virtuellen Spaziergang durch die Ausstellung "Kunst im Klimawandel".

Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kommentare zu dieser Ausgabe.

Roland Bernecker
Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission
Inhaltsverzeichnis :
Inhaltsverzeichnis:

Beiträge:

Christoph Wulf: Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Vielfalt

Max Fuchs: Nachhaltigkeit und Entwicklung aus der Sicht der Kulturpolitik

Ndidi Nnoli Edozien: Cultural Divergence and Education towards Sustainable Development – An African Viewpoint

Carolin Baedeker/Christa Liedtke: Kulturelle Vielfalt in globalisierten Produktions- und Konsumsystemen

Gespräch mit Ivan Nogales

Berichte aus der Praxis:

Karin Heyl: "Kulturelle Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung - Aus der Praxis der CRESPO-Foundation"

Michaela Abdelhamid: Das Euro-Mediterrane Jugendparlament - Kulturelle Vielfalt in der Praxis

Dirk Frank: "Heterogenität als Chance - Bildung mit digitalen Medien"

Samuel J. Fleiner: Ausstellung "Kunst im Klimawandel"

Good-Practice-Beispiele:

Netzwerk BOA - "Bildung für nachhaltige Entwicklung" in der Oberen Altstadt Minden

Service Civil International - Deutscher Zweig e.V. (SCI)

Eine-Welt-AG an der Willy-Brandt-Gesamtschule München

peaceXchange - educating through dialogue

Mut zur Nachhaltigkeit - Zukunft der Erde

PNYV! Positive News

"Menschen fairbinden" - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - von Anfang an

Literaturempfehlungen
Original-Quelle (URL):
Datum des Zugriffs:
26.02.2010