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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Soziale Normen und Umweltverhalten.
Untertitel/Zusätze:
Theoretische und empirische Analysen zum Einfluss normativer Überzeugungen auf das persönliche Umweltverhalten.
Erscheinungsort:
Hamburg
Erscheinungsjahr:
ISBN:
3830002572
Kurzinfo:
Verlagsinformation:

Zum Inhalt:

In dieser Arbeit wird der Einfluss sozialer Normen auf das Umweltverhalten untersucht. Unter besonderer Berücksichtigung des Rational-Choice-Ansatzes werden im theoretischen Teil die wichtigsten Normbegriffe auf ihre Eignung geprüft, einen eigenständigen Beitrag bei der Erklärung von Verhalten zu leisten. Diese Auseinandersetzung mündet in einen eigenen Definitionsvorschlag: Der Autor fasst Normen als achtungssanktionsgestützte Bewertungen von Verhalten und Eigenschaften. So verstanden sind soziale Normen nicht auf das Problem der Regelung von Interessenkonflikten beschränkt.

In einem Normenschema werden nun mehrere normative Perspektiven ausgewiesen. Bestandteile des hierin gegründeten Normenmodells sind die Moralnorm, die Vernunftnorm und die Imagenorm sowie eine außernormative Komponente, die persönlichen Dispositionen. Diesem Modell werden die Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen-Fishbein-Modell) und das Normaktivionsmodell von Shalom Schwartz gegenübergestellt.

Der Autor stellt zudem mögliche kausal vorgelagerte Konzepte für das Umweltbewusstsein vor. Die empirische Überprüfung erfolgt anhand einer schriftlichen Befragung von mehr als 400 Studierenden der Universität Köln. Den Befragten werden zwei Verhaltensbeispiele vorgelegt: die Einschränkung der Verbrauchs an neuem (nicht recyceltem) Papier und Kurzurlaube mit dem Flugzeug (unter einer Woche) in den vorangegangenen zwei Jahren. Bei der Erklärung des Papierverbrauchs geht die größte Erklärungskraft von der Moralnorm aus, im Beispiel der Kurzurlaube mit dem Flugzeug von der Vernunftnorm sowie, wenn als persönliche Vorliebe operationalisiert, von den persönlichen Dispositionen. Die Imagenorm erlangt dagegen in keinem der beiden Verhaltensbeispiele eine besondere Bedeutung.

Das Normenmodell behauptet sich empirisch gegenüber den zum Vergleich herangezogenen sozialpsychologischen Modellen. Insbesondere den "moralstarken" Papierverbrauch kann es besser erklären als das Ajzen-Fishbein-Modell. Im Vergleich zum Normaktivationsmodell hat es Vorteile bei der Erklärung der "moralschwachen" Kurzurlaube.

Auf der Ebene allgemeiner Prinzipien bewährt sich das Vertreten einer Rücksichtsmoral als verhaltensrelevantes Konzept. Von der aufgenommenen Schädigung der Umwelt durch das jeweilige Verhalten geht ein wesentlich stärkerer Einfluss auf das Verhalten und auf die Moral- und die Vernunftform aus. Die Genese dieser Einschätzung stellt in den Augen des Autors einen guten Ansatzpunkt für Interventionen dar.
Inhaltsverzeichnis :
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Umweltproblem und Lösung als Utopie
1. Konzepte
1.1 Normdefinitionen
1.2 Kritik an Interpretationen aus Rational-Choice-Perspektive
1.3 Verte, Internalisierung und Achtung
1.4 Eigene Definition
1.4.1 Bewertung und Achtung
1.4.2 Gegenstände der Bewertung
1.4.3 lmperative, Regeln und Gesetze
1.4.4 Verbreitung and Abstraktionsgrad
1.4.5 Moralische Werte und Verpflichtungsgefühle
1.5 Normenschema
1.5.1 Vorüberlegungen
1.5.2 Moralische Norrnen
1.5.3 Anstandsnormen
1.5.4 Eindrucksnormen
2. Verhaltensmodelle
2.1 Das eigene Modell
2.2 Das Ajzen-Fishbein-Modell
2.3 Das Schwartz-Modell
3. Umweltmoral
3.1 Postamterialismus
3.2 Rücksicht und Selbstschutz
3.3 Zukunft der Menschheit
3.4 Religiöse Gebote
3.5 Verantwortung und Pflicht
3.6 Konsequenzen
3.7 Moralmodell

4. Empirische Umweltsoziologie
4.1 Soziodemographische Merkmale und Umweltbewußtsein
4.2 Postmaterialismus und Umweltbewußtsein
4.3 Rational-Choice-Ansätze
4.4 Analysen nach dem Ajzen-Fishbein-Modell
4.5 Analysen nach dem Modell von Shalom Schwartz
5. Methodik
5. 1 Operationalisierung
5.2 DieErhebung
6.Deskription
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.2 Verteilungen
6.3 Skalen
7. Verhaltenserklärung
7.1 Eigenes Modell und Ajzen-Fishbein-Modell
7,1.1 Zusammenbänge zwischen den unabhängigen und den abbängigenVariablen
7.1.2 Erkärung durclt das eigene Modell
7.1.3 Erklärung durcb das Aizen-Fishbein-Modell
7.1.4 Habitualisierung
7.1.5 Gewissen
7.1.6 Soziale Erwünschtheit
7.1.7 Fakultäten
7.2 Das Schwartz-Modell
7.3 Ökonomische Erklärungen

8. Werte
8.1 Werte und Verhalten
8.1.1 Übersicht
8.1.2 Urteil- und Wertmodell
8.1.3 Revidiertes Wertmodell
8.2 Werte und Normen
8.3 Gesamtmodell
9. Zusammenfassung und Diskussion
Literaturverzeichnis
Anhang: Fragebogen mit Randauszählungen