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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Erkennen durch Handeln.
Untertitel/Zusätze:
Versuche über das Verhältnis von Pädagogik und Erziehungswissenschaft.
Erscheinungsort:
Stuttgart
Erscheinungsjahr:
ISBN:
3129333401
Kurzinfo:
Klappentext:
Solange es Menschen gibt, haben sie ihre Kinder erzogen. Ob und wie sie es richtig machen, darüber werden sie mit Sicherheit zu allen Zeiten nachgedacht haben - schon deshalb, weil Kinder verschieden sind, jede Pädagogik also mal Erfolg hat und mal nicht. Lange Zeit hat Pädagogik in der Spannung zwischen Gewohnheit und gleichsam natürlichem Zweifel, zwischen begründeter Regel und beobachteter widriger Folge gelebt. Im 19. Jahrhundert suchte die darüber nachdenkende, philosophische Pädagogik Hilfe bei den neuen Wissenschaften vom Menschen. Im 20. Jahrhundert wurde sie selbst zu einer Wissenschaft. Seit drei bis vier Jahrzehnten ist sie eine einflußreiche Gesellschaftswissenschaft.
Die Pädagogik hat über beidem - der wissenschaftlichen Instrumentierung und der Indienstnahme durch die Gesellschaft - ihre ursprüngliche Funktion eingebüßt: Die Erzieher und Lehrer bei der Beobachtung (der Individualität) ihrer Schüler und zur Selbstkorrektur an dieser Beobachtung anzuleiten. Erziehungs-Wissenschaft hat die Pädagohik überwältigt - durch die Konstrukte, deren sie sich bei ihrer Forschung bedient und die vermittelt in die Lehrerbildung, die Schulverwaltung und Bildungspolitik übergehen. Was über eine halbe Million Lehrer, was -zig Millionen Eltern und Erzieher handelnd erfahren, zählt demgegenüber nicht - oder erst, wenn das System scheitert. Die Pädagogen verstehen die Erziehungswissenschaft nicht mehr, weil diese nicht mehr von ihren Problemen handelt. Erziehungswissenschaft muß selber wieder aus dem Handeln heraus entstehen und an ihm beides hervorbringen: Hilfe für die Praxis und eine der Praxis kritisch gegenüberstehende Theorie; sie soll erklären, überprüfen, anregen - nicht bevormunden.
Wenn die Praxis aus der Theorie läuft, muß die Theorie auch dies erkennen, erklären und in Ordnung zu bringen helfen. "Die Theorie" - das sind die Theoretiker, also Wissenschaftler, die forschen und lehren und Bücher schreiben. Ihre Kurskorrekturen sind fast immer und verständlicherweise eine Rettung auch ihrer Theorie.
Hartmut Hentig ist sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker - verantwortlich für zwei Versuchsschulen, an denen er lehrt. Seine Argumente beruhen nicht nur auf Beobachtungen, sie finden auch Anwendung und werden unmittelbar durch die Wirklichkeit eingeholt. Dies hat ihn immer wieder angeregt, über die richtige Rolle der Erziehungs-Wissenschaft in der Pädagogik nachzudenken. Anschauung läßt sich nicht vollständig in Begriffe, Erfahrung nicht ganz in Theorie übersetzen und doch lassen sich beide allgenmein vermitteln. Wie - davon handelt dieses Buch.
An Beispielen aus der Bielefelder Laborschule, aus der erziehungswissenschaftlichen Forschung und aus der autobiographischen Literatur macht der Autor sichtbar, daß Pädagogik nicht in Erziehungswissenschaft aufgeht und welche Funktion das im Handeln zu gewinnende Erkennen für die Erzieher, die Lehrer, die Lehrerbildner, die Forscher und die Bildungspolitiker hat.