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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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1. Aufsatz in Zeitschrift
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Natur.
Untertitel/Zusätze:
Von der Erfahrung zum Unterrichtsthema.
Zeitschrift/Zeitung:
Praxis Deutsch
Z-Jahrgang:
10
Z-Heftnummer/-bez.:
56
Erscheinungsjahr:
Seite (von-bis):
18-34
Kurzinfo:
Exzerpt (Langos, Studentin 1992):

Dieser Artikel beschreibt die Thematik "Natur" auf recht unter schiedliche Art und Weise. Er beginnt mit dem Verhältnis zur Natur, dann folgt die Geschichte, äußere Natur und Triebnatur, Kind und Natur, Natur in der deutschdidaktischen Diskussion und letztlich die Praxis des Deutschunterrichts. Der Text beginnt mit dem Brief einer 17ährigen Schülerin, in dem sie die Problematik der zwei Welten, in denen sie lebt, beschreibt. die erste Welt ist die Welt des technischen Fortschritts und des Leistungsdenkens und die zweite Welt ist die Welt des Friedens, der Natur. So wie die Schülerin hier schreibt, ist die Natur mehr als nur Projektionsfläche für psychische Probleme, sie wird leibhaft erfahren; Die Schülerin fühlt sich physisch als Teil von ihr.
Zwei Grundformen des Verhältnisses zur Natur
Unsere moderne Zivilisation ist geprägt davon, daß das Verhält nis zur Natur in einen objektivierenden und einen nicht objektivierenden Zugang auseinanderfällt. Der objektivierende Zugang wird durch die exakten Naturwissenschaften vollzogen; er ist zugleich dem technischen Zugriff dienstbar. Der Mensch steht in einem instrumentellen Verhältnis zu ihr. Ihn inter essieren die Naturgesetze , die Regeln, nach denen die Natur phänomene funktionieren. Im nicht - objektivierenden Zugang schiebt der Mensch die Natur nicht als zu untersuchenden Gegenstand von sich weg, sondern nimmt ihn empfindend in sich auf und versteht sich selbst in ihr, wie es die Schülerin in ihrem Brief getan hat.
In der Naturlyrik ist meist kaum unterscheidbar, was Schilderung von Äußerlichem und was Ausdruck von Gefühlen, Empfindungen ist. In der Prosa wird die Naturschilderung immer wieder als Charakterisierung der inneren Befindlichkeit einer Figur verwendet.
Natur und Geschichte
Der genannte Gegensatz zwischen objektivierendem und nicht-objektivierendem Zugang zur Natur hat sich erst im Verlauf vieler tausend Jahre entwickelt. Der primitive Mensch erfährt Natur vor allem als bedrohliche Übermacht. Er ist in seinem Handeln der Natur unmittelbar aus gesetzt. Erst wenn sich der Mensch von der Übermacht der Natur löst, bilden sich objektivierender und nicht-objektivierender Zugang heraus. Ein Schritt dazu ist schon der Übergang zum Ackerbau und das damit verbundene Umgehen nach Plan mit der Natur. Der wesentliche Schritt erfolgt aber erst, als sich der Mensch als Beherrschender erfährt und die wissenschaftliche Forschung
Zwei Grundformen des Verhältnisses zur Natur
Unsere moderne Zivilisation ist geprägt davon, daß das Verhält nis zur Natur in einen objektivierenden und einen nicht objektivierenden Zugang auseinanderfällt. Der objektivierende Zugang wird durch die exakten Naturwissenschaften vollzogen; er ist zugleich dem technischen Zugriff dienstbar. Der Mensch steht in einem instrumentellen Verhältnis zu ihr. Ihn interessieren die Naturgesetze, die Regeln, nach denen die Natur phänomene funktionieren. Im nicht - objektivierenden Zugang schiebt der Mensch die Natur nicht als zu untersuchenden Gegenstand von sich weg, sondern nimmt ihn empfindend in sich auf und versteht sich selbst in ihr, wie es die Schülerin in ihrem Brief getan hat.
In der Naturlyrik ist meist kaum unterscheidbar, was Schilderung von Äußerlichem und was Ausdruck von Gefühlen, Empfindungen ist. In der Prosa wird die Naturschilderung immer wieder als Charakterisierung der inneren Befindlichkeit einer Figur verwendet.
Natur und Geschichte
Der genannte Gegensatz zwischen objektivierendem und nichtobjektivierendem Zugang zu@ Natur hat sich erst im Verlauf vieler tausend Jahre entwickelt. Der primitive Mensch erfährt Natur vor allem als bedrohliche Übermacht. Er ist in seinem Handeln der Natur unmittelbar aus gesetzt. Erst wenn sich der Mensch von der Ulbermacht der Natur löst, bilden sich objektivierender und nicht objektivierender Zugang heraus. Ein Schritt dazu ist schon der ljbergang zum Ackerbau und das damit verbundene Umgehen nch Plan mit der Natur. Der wesentliche Schritt erfolgt aber erst, als sich der Mensch als Beherrschender erklärt und die wissenschaftliche schulig (??) aufkommt.
In Deutschland erfuhr um die Wende vom 18.Jh. zum 19.Jh. die ästhetische Einstellung zur Natur ihre bedeutendste philoso phische Ausformulierung in der idealistischen Philosophie und Kunsttheorie.
Im 19. und 20.Jh. geht die Natursehnsucht allerdings zurück. Es scheint, als habe sich der Mensch mit den Beschädigungen der Natur abgefunden. Erst in jüngster Zeit ist das ökologische Bewußtsein wieder in den Vordergrund gerückt.
Äußere Natur und Triebnatur
Der Begriff "Triebnatur" wird hier auf "die Natur des Menschen" bezogen. Der enge Zusammenhang zwischen Beherrschung der äußeren Natur und Kontrolle der Triebnatur hat sein Gegen bild in der Literatur, die die freie Natur und das Ausleben von Triebbedürfnissen immer wieder miteinander verbindet: die alte Tradition der erotischen Poesie, die die Liebesbegegnungen in eine idyllische Landschaft verlegt, ist das bekannteste Beispiel dafür.
Kind und Natur
Das Kind kennt eine Trennung in ein objektivierendes und nicht -objektivierendes Verhältnis zur Natur noch nicht; wo wir Er wachsenen einen objektivierenden Zugang erwarten, redet das Kind noch bildhaft anschaulich. Im nicht-objektivierenden Zugang andererseits, fehlt noch das Stimmungselement. Manches Erwachsenengedicht, manche Naturschilderung in Erzählungen und Romanen bleibt den Kindern fremd und sie finden den Text dann langweilig und verstehen nicht, was der Lehrer darin alles sieht.
Natur in der deutschdidaktischen Diskussion
Seit den 70er Jahren wurde dar Naturthema in Lesebüchern zurück gedrängt, weil es zu aufdringlich erschien. Erst die ökologische Bewegung hat ihm in jüngster Zeit wieder vermehrt Eingang in den Deutschunterricht verschafft. Angesichts der Zerstörung der Natur sei eine Einstellung zu ihr - nämlich nicht nur eine instrumentelle sondern auch eine kommunikative nötig. Literarische Sprache ist besonders dafür geeignete nicht - automatisierte, spontane Wahrnehmung vermittelbar zu machen.
Praxis des Deutschunterrichte
Der Lehrer sollte heutzutage den Mut haben, sich trotz Lernzielaufgaben und Wissenschaftsanspruch auf die sprachliche Annäherung an Natur in Gespräch, Aufsatz und Literaturunterricht einzulassen. Das Bemühen der Schüler um den sprachlichen Ausdruck in ihren Aufsätzen dient auch einer Annäherung an das Natur phänomen. Mit Hilfe der Sprache - mit Texten, literarischen und anderen, eigenen Formulierungen, mündlichem Austausch kann unsere Aufmerksamkeit geweckt und die Umwelt ein Stück mehr zum erlebten Raum werden. Die häufigste Form der Beschäftigung mit dem Naturthema erfolgt im Deutschunterricht anhand literarischer Texte. Überall in diesen Texten steht die äußere Natur im Vordergrund, aber immer wird deutlich gemacht, daß in der Auseinandersetzung mit der äußeren Natur zugleich die innere Natur des Menschen seine Gefühle und Bedürfnisse mitbetroffen sind.