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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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1. Zeitschriftenausgabe
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Zeitschrift/Zeitung:
Forum Wissenschaft
Z-Jahrgang:
20
Z-Heftnummer/-bez.:
2
Themenschwerpunkt:
Geistiges Eigentum. Medien im digitalen Zeitalter.
Erscheinungsjahr:
Kurzinfo:
Mit der Digitalisierung von Informationen aller Art hätte eigentlich eine Zeit des Überflusses anbrechen können, in der weltweit alles vorhandene Wissen, aber auch Musik, Filme und andere Kunstwerke verhältnismäßig kostengünstig verfügbar sein könnten. Digitale Informationen sind beliebig reproduzierbar, nicht an ein bestimmtes Medium gebunden, jede und jeder kann sie kopieren und nutzen, ohne dass sie andere nicht mehr bekommen könnten. Ein digitales Schlaraffenland ohne Verteilungskämpfe. Davon profitierten nicht nur die Nutzerinnen von Musiktauschbörsen wie Napster, sondern auch Wissenschaftlerinnen oder Studierende, die Informationen ohne großen Aufwand oder erhebliche Kosten aus dem Netz kopieren oder dort zur Verfügung stellen - to whom it may concern.

Logisch, dass das nicht lange gut geht. Medienkonzerne und mit ihnen die jeweiligen Staatsorgane machen sich daran, diesem Treiben ein Ende zu setzen, indem sie die Gesetze und Regelungen, die zur Regulierung und gewinnbringenden Verteilung knapper Ressourcen entwickelt wurden, schnellstens auf Wissen und Information ausdehnen. Denn nur aus Knappheit und Ausschluss entsteht Profit in der Größenordnung, wie sie die Medienindustrie inzwischen für ihr Grundrecht hält. Offensichtlich ist es auch billiger, die entsprechenden Gesetze durchzusetzen, als angemessene Vertriebskonzepte und Marktstrategien entsprechend den Möglichkeiten der neuen Technologien zu entwickeln. Und wenn man schon mal dabei ist, die angebliche »Piraterie« des freien Austauschs zu kriminalisieren, kann man auch gleich noch einen Schritt weiter gehen: Unter dem Mode-Label »Sicherheit« soll mit Palladium und ähnlichen Techniken die Nutzbarkeit der Rechner beschränkt werden auf Software, die der PC-Hersteller erlaubt. Das ist nicht nur eine irrwitzige Verschwendung von technischen Möglichkeiten und menschlicher Kreativität in Form von Software - und sei es selbstgebastelte oder Freeware -, sondern auch ein weitreichender Eingriffin die Selbstbestimmung der Einzelnen und aller.

Nicht vergessen werden darf, dass die »Digitalisierung« auch in den »klassischen« Medienbranchen für »neuen Schwung« sorgt. Leider führt dieser Schwung geradewegs in längst überwunden geglaubte Ausbeu-tungs- und Arbeitsverhältnisse. Auch dies hat weniger mit »Sachzwängen« aufgrund der neuen Techologien zu tun als vielmehr mit den Strategien der Medienunternehmen, wie sich aus der Krise der besten Nutzen ziehen lässt.