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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
International Workshop on ″Internet-Based Nature Observation Projects″
Erscheinungsort:
Bonn
Erscheinungsjahr:
ISBN:
-
Kurzinfo:
Ausgangslage

Die Diskussion um das Verhältnis von informationstechnischer Bildung und Medienerziehung ist zuweilen stärker von einem disziplinären denn von einem interdisziplinären Verständnis geprägt. Auf der Seite der Informatik - als Bezugswissenschaft der Informations- und Kommunikationstechnologien — herrscht die Befürchtung um eine Verwässerung ihrer Inhalte durch «Schmalfilmer», auf der Seite der Medienpädagogik wird kritisch darauf geachtet, eine Verkürzung von Medienkompetenz auf Anwenderfertigkeiten oder technisches Detailwissen zu verhindern - ein Verhältnis, das ein wenig an das argwöhnende Beäugeln von Wolf und Leutnant aus der Verfilmung von Michael Blakes «Der mit dem Wolf tanzt» erinnert. Das professionspolitisch motivierte Beäugeln hat allerdings auch inhaltliche Gründe. Die informationstechnische Grundbildung stand und steht in dem Dilemma, auf der einen Seite mehr als nur ein Organisationsmodell fächerübergreifender Lern- und Arbeitsbereiche sein zu sollen, auf der anderen Seite aber eine deutliche inhaltliche Profilierung nicht nachweisen zu können, so-dass bereits von ihrem allmählichen Verschwinden die Rede ist (vgl. Wilkens 2000). Auf der Seite der Medienpädagogik besteht das Defizit, die Auseinandersetzung mit Informations- und Kommunikationstechnologien in der Regel pragmatisch mit den zunehmenden medialen Funktionen dieses Artefakts und deren Bedeutung für die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu begründen und dabei den Bildungswert technischer Artefakte zu vernachlässigen, so dass ihr zuweilen sogar der Vorwurf der Technikignoranz entgegengehalten wird (vgl. Wagner 1999). An vielen Stellen wird momentan - ebenfalls sehr pragmatisch - von einer Medienbildung gesprochen, die in integrativer Weise sowohl traditionelle Medien als auch computerbasierte Medien umfassen soll. Durch den Bildungsbegriff soll zudem möglichen naiven Interpretationen des bisher verwendeten Begriffs der Medienkompetenz vorgebeugt werden. Solche Entwürfe sind allerdings wieder mit dem Manko belastet, das spezifisch Mediale technischer Artefakte und dessen Bildungswert nicht angemessen zu erfassen.

Um Medienbildung nicht auf Plausibilitätsniveau begründen zu müssen, ist m.E. eine theoriebezogene Diskussion notwendig, die informationstechnische und medienpädagogische Sichtweisen im Bereich der Informationsund Kommunikationstechnologien aufeinander bezieht. Ich werde in diesem Beitrag zeigen, dass eine zeichentheoretische Betrachtung des Computers Zugang zum medialen Charakter dieses Artefakts ermöglicht und die Bestimmung entsprechender (medien-)pädagogischer Aufgaben erlaubt. Ich werde dabei in folgenden Schritten vorgehen: Zunächst bestimme ich allgemein den zeichenhaften Charakter von Medienangeboten und führe einen entsprechenden Medienbegriff ein. Auf dieser Grundlage beleuchte ich speziell Software(-angebote) und beschreibe die Prozesse der Entwicklung und Anwendung als Zeichenprozesse. Die semiotische Analyse dieser beiden Perspektiven fliesst dann in die Bestimmung einer Sichtweise des Computers als Medium, insbesondere unter dem Aspekt der Interaktivität, ein. Anschliessend wende ich mich der Frage zu, welche Konsequenzen sich für das Verhältnis von Medienerziehung und informationstechnischer Bildung ergeben und worin der allgemein bildende Stellenwert einer semi-otisch orientierten Zugangsweise liegt.
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