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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Zum Verhältnis von Physik und Bildung.
Untertitel/Zusätze:
Bildungsziele des Physikunterrichts und ihre aktuelle Umsetzung.
In Herausgeberwerk (Quelle):
SW Herausgeber(in):
SW Hauptsachtitel:
Natur, Wissenschaft, Bildung.
Erscheinungsort:
Münster
Erscheinungsjahr:
Seite (von-bis):
83-95
Kurzinfo:
Altertum und Mittelalter / Kopernikus und Galilei - Renaissance und Beginn der Neuzeit / Revolution in der Physik (20. Jhd.) / Ökokrise erzwingt neue Einstellung zur Natur (Ende 20 Jhd.) / Bildungsziele Physikunterricht und aktuelle Umsetzung

Bildungsziele des Physikunterrichts und ihre aktuelle Umsetzung. Folgende Aufgaben des Physikunterrichts seien zusammenfassend genannt:
· Den naturwissenschaftlichen Bezug zur Welt als persönlichkeitsbildende Komponente entwickeln, am Beispiel ausgewählter Fakten und Gesetzmäßigkeiten der Physik, bei deren selbständigem Erarbeiten die physikalischen Denk- und Arbeitsmethoden kennengelernt und angewendet werden.
· Den Physikunterricht lebenspraktisch ausrichten, zur Meisterung des Lebens in einer naturwissenschaftlich/technisch geprägten Welt.
· Wissen für gesellschaftspolitisches Handeln erarbeiten, z. B. über die Verflechtung von Physik, Technik, Wirtschaft, Politik und Umwelt.
· Die emotionale Lebenswelt bereichern, indem der Natur in ihrer Ästhetik und Strukturierheit begegnet wird.
· Mitwirken an der großen Aufgabe, ein neues bewahrendes Verhältnis zur Natur und ein entsprechendes Verhalten zu entwickeln.
Bei der Umsetzung dieser Bildungsziele im Physikunterricht gibt es zur Zeit zwei aktuelle Trends:
1. die konstruktivistischen Ansätze. Piaget, Bruner und Ausubel haben die sogenannte kognitive Wende in der psychologischen Theorie bewirkt; Wissen kann nicht einfach transferiert werden. Ein Lehrervortrag, auch wenn er durch Experimente unterstützt ist, garantiert in keiner Weise, daß die Lernenden die Inhalte in der Bedeutung übernehmen, die sie für den Vortragenden haben. Denn jeder Lernende geht von seinen eigenen Vorstellungen Alltagsvorstellungen, Konzepten oder auch Mißkonzepten aus. Er kam neue Erkenntnisse nur gewinnen, indem er sie mit den bereits verfügbaren, eigenen gedanklichen Mitteln strukturiert oder eben konstruiert. Dazu kann man Grundsätzliches bei Ernst von Glaserfeld oder bezogen auf den Physikunterricht bei Reinders Duit und auf den Chemieunterricht bei Heinrich Stork nachlesen.
Dem Konstruktivismus geht es um das selbständige und selbstätige Lernen also um Forderungen und Empfehlungen, die seit Beginn unseres Jahrhunderts von Kerschensteiner, später von Wagenschein und anderen formuliert wurden. Es ist aber eben Neues hinzugekommen, das etwa mit den Stichworten Ausgangswissen, Assimilation und Akkomodation nach Piaget, Leben mit den Differenzen zum Wissen eines anderen Lernenden, angesprochen werden kann.
2. die Erlebnis-Pädagogik. Es gibt in unserer Gesellschaft einen deutlichen Akzent in Richtung Erlebnisorientierung. Bildungsangebote in der Erwachse nenbildung sind dann besonders gefragt, wenn sie einen hohen Erlebniswert versprechen; also nicht nur Ratio, sondern auch Emotion. Erlebnis kann aus der emotionalen Begegnung mit Naturphänomenen erwachsen, es kann ein intellektuelles "Aha- Erlebnis" in der Auseinandersetzung mit ihr sein, eine überraschende Sichtweise, die Erfahrung, sich etwas im Sinne des Verstehens zugänglich gemacht zu haben. (z. B. bei Labudde in seinem Werk "Erlebniswelt Physik". ).
Alle diese Bestebungen sind gekennzeichnet durch
· Abwechslung und Vielfältigkeit im methodischen Vorgehen (z. B. Schülerexperimente, arbeitsteiliger Gruppenunterricht, fächerverbindender Projektunterricht, Lernaufgaben, narratives Vorgehen mit historischen Elementen, Teilnahme an Wettbewerben, Jahresarbeiten, Freiarbeit).
· Schaffung der Voraussetzungen für selbständiges und selbstätiges Arbeiten (z. B. durch Klassenteilung, Epochenunterricht).