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BNELIT - Datenbank zu Bildung für nachhaltige Entwicklung: wissenschaftliche Literatur und Materialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung: wiss. Literatur und Materialien (BNELIT)
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1. Verfasserwerk
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Verfasser/-in:
Hauptsachtitel:
Der Traum von der Wildnis.
Untertitel/Zusätze:
Natur als Imagination.
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsjahr:
ISBN:
3463401789
Kurzinfo:
Klappentext:
"Die Natur und unser Bild von ihr sind nicht voneinander zu trennen. Landschaft ist das Werk des Geites; sie besteht ebenso aus Schichten von Mythen und Ideen wie aus Gesteinsschichten."

Natur wird in der westlichen Kultur gemeinhin nur als Objekt der Ausbeutung gesehen, mit der Konsequenz ihrer Zerstörung. Andererseits kann die Freizeitindustrie immer noch das Erlebnis "unberührter Natur" versprechen. Dies sind anscheinend unvereinbare Extreme. Die Wirklichkeit ist weitaus vielschichtiger, wie Simon Schama in diesem reich illustrierten Werk zeigt. Natur und Landschaft sind für Schama eine "kulturelle Erfindung"; sie dienen im weitesten Sinn mythologischen Zwecken, vom individuellen Trost bis zur Schaffung einer nationalen oder sozialen Identität. Der Mensch "erschafft" die Natur in doppelter Weise: Er macht sich ein Bild von ihr, und er gestaltet sie nach diesem Bild. Sein Traum von der Wildnis ist dabei gleichzeitig der Traum von Arkadien: Das verlorene Paradies ähnelt eher einem englischen Park als einem Urwald.

Wälder, Flüsse, Berge - um diese großen Themen entfaltet Schama einen ganzen Kosmos von Mythen und Metaphern, mit den man zu allen Zeiten Natur zu fassen suchte. Prominentes Beispiel ist der deutsche Wald, der von Tacitus über Albrecht Altdorfer bis zu Anselm Kiefer, von Hermann dem Cherusker über C. D. Friedrich bis zu den Nazis eine einzigartige politisch-psychologische Rolle spielte. Das Tauziehen zwischen Hitler und Mussolini um die älteste Handschrift der "Germania", die Rätsel des Nils und Berninis grandiose Allegorie der Flüsse der Welt, die Suche nach Eldorado und die Entstehung des Central Park in New York - Schamas Reisebericht glänzt mit dramatischen Momenten, überraschenden Zusammenhängen und einem schier unendlichen Horizont.

"Um die Wildnis zu erhalten, müssen wir sie in Besitz nehmen. Dies ist kein Anlaß zu Schuldgefühlen, sondern verdient gefeiert zu werden."

Was haben wir vor unserem inneren Auge, wenn wir von "Natur" sprechen? Woher kommen die Bilder, die unsere Vorstellungen geradezu obsessiv bevölkern?
Simon Schama, einer der orginellsten Historiker unserer Zeit, erkundet die Landschaften der westlichen Kultur - die realen ebenso wie die imaginären -, die uns das Gefühl von "Heimat" vermitteln. Er zeigt uns, welche Mysterien auch heute noch unter der Oberfläche der vertrautesten Landschaften liegen - die nach der Lektüre dieses ungewöhnlichen Buchs nicht mehr dieselben sein werden wie vorher.